Kinderpornografische Materialien haben weder im Web, noch in der realen Welt etwas verloren. In der realen Welt werden diese Materialien zerstört, warum also nicht auch im Web?
Zahlreiche Politiker behaupten, es wäre sehr schwer Seiten mit kinderpornografischen Inhalt zu löschen, da diese sich auf Server im Ausland befänden. Aber wie schwer ist es tatsächlich? Der deutsche Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) schrieb die Provider der in Kinderporno-Filter gelisteten Webseiten an. Das Ergebnis war erstaunlich: Innerhalb von 12 Stunden wurden 60 Webseiten entfernt. Obwohl sich die Seiten auch auf Servern außerhalb Deutschlands befanden, reichte dafür eine einfache Anfrage an den Provider aus. Viele der per E-Mail angeschriebenen Provider handelten innerhalb weniger Minuten.
Zusätzlich wurden auf den Sperrlisten der einzelnen Länder, die ja vermeintlich nur für Kinderpornografie gedacht sind, zahlreiche Seiten ohne kinderpornografischen Inhalt entdeckt. Dazu gehören auch finnische Webseiten, die sich kritisch mit den Internetsperren auseinandersetzen. Die Provider dieser Seiten wurden nie über ihre Sperrung informiert. Das bestätigt einmal mehr die Befürchtung, dass Kinderpornografie lediglich ein Vorwand ist um eine staatliche Internetzensur zu legitimieren.
Mehr zu diesem Versuch: http://ak-zensur.de/2009/05/loeschen-funktioniert.html
Dieser Versuch führt die Argumentation seitens der Politiker ad absurdum. Es gibt keinen Grund diese Inhalte weiterhin im Netz zu belassen. Statt kinderpornografische Webseiten mit einem wirkungslosen Stoppschild zu versehen, sollte die Exekutive die nötigen Ressourcen erhalten um aktiv gegen solche Webseiten vorgehen zu können.